Kurzer Rückblick
Zu Weihnachten und sind wir erstmalig ein wenig “sesshafter”, d.h. eine ganze Woche an einen Campingplatz, den wir vorher auch schon einmal getestet hatten, in Cooks Beach auf der Coromandel-Peninsula. Im Normalfall ziehen wir nach ein bis zwei Nächten weiter, aber nachdem hier kurz vor Weihnachten die Sommerferien beginnen und wir den Stress zu den Feiertagen ständig nach einem neuen Stellplatz Ausschau halten zu müssen vermeiden wollen, entscheiden wir uns für eine Woche Coromandel. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde mit vielen tollen Ausflugsmöglichkeiten (insbesondere Strände natürlich)…
…das während unseres Aufenthalts eine unglaubliche Veränderung durchmacht. Wir kommen am 22.12. am Camping-Platz an, der bis auf ein paar versprengte Campervans und vereinzelte Zelte menschenleer ist. Wir haben einen Stellplatz in der Nähe eines kleinen Bachlaufs, abseits von allem. Angeblich ist nach Weihnachten alles voll und wir können nirgendwo sonst hin. Etwas unbefriedigend, zumal der Wasserlauf Mücken befürchten lässt (was mich zwar nicht so juckt (haha…), aber Ingo und die Kinder umso mehr). Tatsächlich sind wir bei Dämmerung fünf Minuten zu lange mit kurzen Hosen draußen und Carlottas und Benjamins Beine werden übel zerstochen. Ein Grund mehr am nächsten Tag noch einmal einen Platzwechsel anzufragen, was dann auch problemlos klappt. Weg vom Bach, näher am Pool, Spielplatz etc. – ist auch alles noch nichts los. Nichtstdestotrotz wird es jeden Tag ein wenig voller und spätestens am 26sten gleicht das Ganze einer kleinen Zeltstadt. Dazu muss angemerkt werden, dass die Newzies sehr “professionell” campen: Sie kommen entweder mit großen Wohnwägen oder Campervans mit riesigen Vorzelten oder noch besser, mit unglaublich großen Familienzelten und Pavillons, die mit Kühlschrank, Kochzeile, BBQ, Fernseher, Sitzsäcken und all möglichen anderen Komfort ausgestattet sind. Außerdem haben sie natürlich noch diverse (Wasser-) Sportgeräte dabei, im einfachsten Fall Bodyboards, in der Regel aber außerdem Surfbretter, Kajaks, Motorboote, Jetskis, Fahrräder und so weiter. Irre. Ein Tag Aufbau, ein Tag Abbau… Zum Glück geht das bei uns ein wenig schneller (auch wenn wir den Checkout um 10:00 Uhr normalerweise nicht pünktlich schaffen – liegt aber eher am späten Frühstück…). Wir brechen unsere Zelte ab, als der Campingwahnsinn seinen Höhepunkt erreicht hat und fahren noch ein wenig Richtung Norden, Richtung New Chums Beach, der angeblich zu den zehn schönsten Stränden der Welt gehören soll. Wir steuern einen Freedom Camping Spot an, der aber schon besetzt ist, als wir dort ankommen. Wir sind einfach zu spät dran. Während wir überlegen, ob wir eine Strafe riskieren sollen, macht Ingo die Bekanntschaft von Ian, der sich für das Kraupa-Mobil interessiert und uns kurzerhand anbietet, bei im Vorgarten seines Ferienhauses für die Nacht zu parken. Problem gelöst.
Zum New Chums Beach kommt man nur zu Fuß bei Ebbe oder mit dem Boot. Da wir zu sechst nicht wirklich gut ins Boot passen und es außerdem nicht so heiß ist, entscheiden wir uns am nächsten Morgen, sehr zum Entsetzen der Kinder, zu laufen. Eigentlich ein schöner nicht allzu langer Weg durch einen kleinen Fluß, über Felsen am Strand entlang und dann ein kurzes Stück durch ein Wäldchen, dazu auf dem Weg jede Menge interessantes Treibgut, Stöcke und alles was ein kreatives Kinderherz so begehrt. Ist aber mal wieder voll langweilig und total doof – damit sind sie sich diesmal alle (!) Kinder einig. Egal. Mir gefällt es.


Kaum angekommen, sind binnen weniger Minuten alle Kinder weg. Unzählige kleine Höhlen, bunte Felsen, Bäume, die mit ihren Blätterdächern in den Strand hineinragen und die Reste von anderen Strandbauten lassen die Kinderherzen höher schlagen. Es ist eh kein Badewetter, also wird eifrig gebaut, Stöcke werden aufgetürmt und alle möglichen Ausrüstungsgegenstände werden in der Räuberhöhle verstaut. Wir treffen außerdem die Nachbarsfamilie mit Zwillingen vom Campingplatz in Cooks Beach, die uns noch netterweise ihren Vorgarten bei Wellington als Übernachtungsplatz anbietet. Hervorragend! So macht Freedom Camping Laune.


P.S.: Der Rückweg ist dann übrigens voll cool…
Der Start ins neue Jahr
Wir verlassen Coromandel und machen uns auf den Weg nach Waitomo, wo wir mit Familie Smart (Name geändert, Anmerkung der Redaktion 😉 ) ebenfalls mit Zwillingsmädels, so alt wie unsere, zum Silvester feiern verabredet sind. Nach einem kurzen Boxenstopp in Paeroa zum Übernachten und Einkaufen gibt es ein großes Hallo auf dem TopTen Campingplatz in Waitomo Town, berühmt für seine Glowworm Caves. Die Kinder sind selig beschäftigt und wir gönnen uns erstmal einen Sundowner, bevor wir den “Silvester-Grill” anschmeißen.

Unsere Kinder schlafen alle nach und nach ein, nur Natalie hält die Stellung und will unbedingt bis Mitternacht wach bleiben. Wir sind alle gespannt, wie der Jahreswechsel wohl so sein wird und abgesehen von dem Countdown, der aus der Campingplatzküche bis zu uns hinuntertönt, passiert NICHTS. Gar nichts, nicht das kleinste bisschen Feuerwerk. Wir stoßen an und dann klingelt auch schon das Telefon mit den Neujahrswünschen aus Deutschland (Kunststück, da ist es ja auch erst 12 Uhr Mittag…). Man muss vielleicht dazu sagen, dass Waitomo ein winziges Nest ist und in vielen Regionen Neuseelands die anhaltenden Trockenheit des Sommers dazu führt, dass keinerlei Feuer draußen angezündet werden darf, auch kein Feuerwerk. Macht nichts, kein Lärm, kein Dreck (und immerhin bekommen wir von Nodira noch ein 1a Video vom Rechenberg-Feuerwerk 2019/20, so bekommen wir doch auch noch ein wenig mit).
Der Neujahrstag beginnt gemütlich mit einem Zwillingsfamilienfrühstück. Es ist ziemlich warm und nachdem die Smarts die Höhlen schon gesehen haben, brechen wir zu einem kleinen Bush Walk auf, der in der Nähe von anderen Höhlen bei einem Picknickplatz endet. Das übliche Gemotze zu Beginn, aber Stöcke, Kirschen unterwegs und andere Kinder relativieren das Ganze ein wenig.



Nach Abholservice vom Picknickplatz, Eis und einer Erfrischung im Pool sind alle wieder versöhnt. Es wird Fahrrad gefahren, Prinzessin und Diener gespielt (macht beachte die Glitzerverkleidung unten), auf dem Trampolin gesprungen und, besonders wichtig, überkreuz Hörspiele und Musik gehört – die eigenen kennt man ja schon zu Genüge…

Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen. Nach einem erfolglosen Versuch, die Glowworm Caves anzusehen (alle Touren des gesamten Tages sind ausgebucht bis 18:00 Uhr!?!), fahren wir weiter Richtung Süden, Ziel New Plymouth.

Liebe Birgit,
ich wünsche Dir und deinen Lieben auch ein ganz tolles neues Jahr und noch viele schöne Eindrücke und Begegnungen! Endlich komme ich jetzt in den Weihnachtsferien dazu, in Ruhe Deine Berichte zu lesen und die schönen Bilder anzusehen.
Eine gute Zeit!
Liebe Grüße
Susanna
Dir auch einen guten Start ins neue Jahr! Alles Liebe!
Danke für den tollen Bericht! Wir hatten eine wundervolle Zeit mit euch! Gute Weiterreise!
Dito! Euch auch eine gute Weiterreise!