Cape Reinga and return

Cape Reinga

Inzwischen haben wir es zum nördlichsten Zipfel Neuseelands geschafft, wo wir erstmals auch auf richtig viele andere Touristen stoßen, logisch, es ist ja auch eine Touri-Attraktion. Aber eben auch ein mythischer Ort, zumindest für die Maori, für die dort die Seelen der Toten die Erde endgültig verlassen haben und ins Meer zurückgekehrt sind. Irgendwie kann ich das nachvollziehen, es ist tatsächlich ein erhebendes Gefühl, da aufs Meer zu blicken, wo die beiden Ozeane aufeinanderprallen, mit riesigen Wellen, die sich brechen, ein kontinuierliches Rauschen im Ohr – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Es ist gewissermaßen der Höhepunkt, der vorausgehenden Tage.

Also der Reihe nach: Unser erster Stopp nach Kerikeri ist in Matauri Bay, ein Geheimtipp einer Marktfrau in Kerikeri) auf einem Campingplatz auf dem äußeren Zipfel einer Landzunge, das heißt, wir haben auf der einen Seite einen langen, weißen Sandstrand und auf der anderen einen kleinen Steinstrand und wir mitten drin. Schöne Aussichten, definitiv!

Auf einem kleinen Kliff findet sich außerdem nach einen kurzen, aber steilen Aufstieg ein Denkmal für ein gesunkenes Greenpeace Schiff, die Rainbow Warrior – wieder die übliche Leier, die Mädels sind tapfer, aber Benjamin kann unmöglich so weit laufen (leider vergisst er nach solchen Aktionen immer sehr schnell, dass er es dann doch immer ganz gut hinbekommen hat…). Wir bleiben zwei Nächte, weil es so nett ist und fahren dann weiter nach Houhora, mal wieder ein Campingplatz mit kleinem Pool und kleinem Spielplatz mit Trampolin – vier glückliche Kinder (außerdem gibt es eine Waschmaschine mit Heißwaschprogramm, was angesichts der ganzen Pipiunfallunterhosen der Kinder die Mama freut – man wird bescheiden, was die kleinen Glücksmomente des Lebens angeht…)

Captain Ingo und das Rainbow Warrior Denkmal

Das nächste Highlight ist ein Ausflug zum Ninety Miles Beach, der wie der Name verrät, endlos erscheint. Nach 10 km Schotterpiste erreichen wir im Nichts, eine kleine Campsite, bei der aber außer einer Handvoll versprengter Backpacker niemand ist. Dafür gibt es riesige Sanddünen, dahinter das Meer mit tosenden Wellen und Strand bis zum Horizont. Die Kinder jubeln angesichts der riesigen Dünen und beginnen sie mit allerlei Strandfundstücken zu bearbeiten. Ingo und ich dürfen uns jeweils abwechselnd entfernen und so laufe ich ein Stück der 90 Meilen entlang und genieße das Naturspektakel. Ingo wagt sich tatsächlich in die Fluten, aber nur ein wenig, zu heftig sind die Wellen. Und eigentlich ist auch sowieso kein Badewetter. Ich kehre mit zwei Handvoll Strandgut zurück, leider ist ziemlich viel Plastik dabei, auch im Sand sieht man immer wieder kleine bunte Stücke irgendwas, die sich bei näherer Betrachtung als klein gemahlene Plastikstückchen entpuppen. Nicht schön. Tierknochen, Treibholzstücke und große Muscheln werden sofort für den Dünentagebau eingeheimst, die Plastikteile darf die Mama für den Müll behalten. Na toll. Zwei Stunden später sitzen vier vollkommen versandelte Kinder im Wohnmobil und wiederholen eins ums andre Mal, wie toll die Dünen doch waren und dass wir unbedingt wieder zurückkommen müssen. Da wussten sie noch nicht, was der nächste Tag bringen würde….

Alle Schuhe aufgefädelt
Und ab in die Dünen
Düne rauf, Düne runter
Strand, Strand, Strand

Kurz vor Cape Reinga gibt es einen Abzweig mit den Schild “Giant Dunes” und auf dem Weg dorthin kann man sich alle Nase lang Boards zum Sandboarden ausleihen. Das hört sich nach Familienspaß an. Wir packen unsere Bodyboards ein, hoffen, dass sie sich als Schlittenersatz eignen und machen uns auf den Weg nach oben…

Kurze Zeit später wird die Düne noch von ungefähr 30 Teenagern gestürmt, die offensichtlich auf einem Schulausflug sind. Die Lehrerin steht unten und filmt die spektakulärsten Abfahrten (sie hatten die richtigen Bretter dabei…). Das wäre mal eine Sache für den Wandertag an unserer Schule!

Sandiger Aufstieg
Bereit für die Abfahrt
Egal wie, irgendwie rutscht es nicht so richtig
Eine Gaudi
Dünen, Dünen, Dünen

Seit dem Nikolaustag sind wir erstmals wieder gen Süden unterwegs.

4 Antworten auf „Cape Reinga and return“

  1. Die Berichte über den Vulkanausbruch haben mich an euren Blog erinnert. Und ich bin froh, dass es euch gut geht trotz aller internen Katastrophen, die du, Birgit, so treffend nd spannend und witzig beschreibst! Ein Vergnügen: die Texte und Bilder!

  2. Hallo Birgit, Ingo, Natalie, Carlotta, Moritz und Benjamin. Die Nachrichtenbilder vom Vulkanausbruch lassen kurz zucken – umso schöner eure von Leben gefüllten Reisefotos zu sehen.
    Das mit dem Sand Rodeln könnt Ihr ja am “Monte Kaolino” noch einmal üben.
    Lasst es euch weiter gut gehen, Arnold.

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