Es ist der 22. November, wir sind schon genau einen Monat unterwegs, aber solange kommt es uns gar nicht vor. Es ist immer etwas los und keine Zeit für Langeweile. Es fehlt uns Eltern eher die Zeit, mal nichts zu tun.
Blogtechnisch bin ich der Reise etwas hinterher (sorry, aber ich hatte Euch gewarnt… ;-), zu oft abends schlafe ich mit den Kindern ein. Dauernd frische Luft und Action macht einfach müde, nicht nur die Kinder.
Nach den diversen Regionalparks, in denen wir bestenfalls eine Toilette zur Verfügung haben und ansonsten auf unser “selfcontained” Wohnmobil angewiesen und in der Regel ganz alleine auf dem Stellplatz sind (die aber auch immer wahnsinnig idyllisch, superschön und gepflegt sind), machen wir inzwischen auch mal wieder in der “Zivilisation” Stop, schließlich brauchen wir zwischendurch mal Strom, frisches Wasser, Waschmaschine usw.
Erster Stop Waipu Cove:
Ein riesiger Camping Platz (wir bekommen eine vage Vorstellung, was da im Sommer los sein muss, wenn alles voll ist), der aber derzeit noch ziemlich leer ist und mal wieder endlos langer Sandstrand. Die Sonne scheint zwar, aber leider ist immer noch ein wenig zu frisch und vor allem zu windig zum Baden, für mich zumindest. Nur Ingo und Carlotta, unsere Meerratten, stürzen sich trotzdem in die Fluten. Brrr
Natalie und Benjamin düsen mit dem Fahrrad durch den Campingplatz und Moritz klettert auf dem Spielplatz, soweit das eben mit seinem Gipsarm geht. Mit Mama, sagt Moritz. Na gut…
Aus dem “Outback” zurück gönnen wir uns den Luxus, mal wieder Essen zu gehen. Zum Glück ist das hier selbst mit vier Kindern kein Problem, im Gegenteil, die Restaurants haben eigentlich immer ein Kid´s Menu und entweder einen Spielbereich oder die Kinder bekommen Malsachen, so dass sie erst mal beschäftigt sind oder beides.
Das wäre doch auch mal was für Deutschland, anstelle der rügenden Blicke, die man als Familie so oft im Restaurant erntet, weil die Kinder eben nicht leise und brav am Platz sitzen.
Hier ist alles ganz easy, Kinder kein Problem und dass sie nicht still sitzen, ist vollkommen normal.
Nachdem Neuseeland ja auch für seine vielfältigen Wandermöglichkeiten berühmt ist, versuchen wir mal einen Ausflug zu den Waipu Caves, Tropfsteinhöhlen mit Glühwürmchen und Waipu Caves Track zum Wandern. Die Höhlen sind leider wenig spektakulär und vom Regen zuvor ziemlich glitschig, so dass schnell klar ist, dass wir da mit den Kindern nicht reingehen können. Ich laufe ein wenig den Wandernweg entlang, ein Pfad durch den Wald mit Feldbrocken und Bäumen, die immer mal wieder an den Elfenwald bei Tolkien erinnern. Schön.

Ingo macht die Kindern fertig und wir ziehen noch einmal alle gemeinsam los.
Die Kinder sind so la la begeistert, besondern Benjamin ist empört, dass man da nicht Fahrrad fahren kann und beteuert eins ums andere Mal, dass es nicht solange laufen kann und sein Bein ganz fürchterlich schmerzt. Ingo trägt ihn große Teile des Wegs, für die anderen ist der gut gekennzeichnete Weg eine Art Schnitzeljagd: Wer zuerst die nächste Markierung findet, gewinnt. Moritz und Natalie geben ihr bestes, Carlotta probiert es angesichts der beiden eifrigen Wandersleute gar nicht erst und Benjamin muss ja vom Papa getragen werden. Erst am Rückweg und mit einem Wanderstock ausgestattet, erfolgt schließlich eine wundersame Heilung…

Zweiter Stop: Whangarei
Nach Auckland mal wieder eine größere Stadt, in der Moritz nach fünf Wochen endlich seinen Gips loskriegen soll. Ingo lässt Moritz und mich beim White Cross (das ist so eine Art Notfallambulanz ohne Krankenhaus) raus und fährt mit dem Rest der Meute weiter zu einem Camper Stellplatz ums Eck.
Für Moritz und mich heißt es erstmal warten auf den Arzt, aufs Röntgen, auf Gips abmachen, dann nochmal den Arzt, aber nach ca. drei Stunden haben wir endlich die Gewissheit: Der Gips darf ab bleiben und Moritz bekommt noch so eine Art Bandage, mit der er sogar ins Wasser darf. Das Kind strahlt, als ich ihm das sage…

Dann machen wir uns auf die Suche nach den anderen, die nicht weit weg auf einem Spielplatz sind, direkt im Zentrum am Hafen neben dem Uhrenmuseum, ein paar hübschen Cafés und Restaurants in viktorianisch anmutenden Häusern, einer Art Gallery und vielen schönen Segelbooten, die im Hafen liegen. Gefällt!



Wir gehen erstmal einkaufen, um unserer Vorräte mal wieder aufzustocken und bleiben über Nacht am Parkplatz am Hafen stehen.

Carlotta möchte ins Uhrenmuseum gehen, also unternehmen wir einen Mädelsausflug ins Clapham´s Clock Museum, in dem wir von einer eifrigen Dame gleich ein paar spezielle Exemplare gezeigt und erklärt bekommen. Dann bekommen die Kinder ein Infoblatt mit dem Auftrag, alle darauf abgebildeten Uhren zu suchen. Einfach, nett und effektiv, die Mädels sind mit Uhrensuche beschäftigt.

Nebenan in der Touristeninformation ist eine Fotoausstellung über Kinder aus aller Welt und wo und wie sie wohnen, die wir auch gleich noch ansehen. Spannend und interessant für alle Beteiligten und mal ein wenig Kultur…
Whangarei gefällt uns so gut, dass wir gleich noch eine Nacht bleiben. Nach einem leckeren Frühstück im Hafen, geht es dann noch los auf Fahrradsuche für die Mädels, die auch endlich mit den Brüdern herumdüsen wollen (Moritz gibt sein Fahrrad nicht mehr her, seit der Gips ab ist).



In einem Sportgeschäft finden wir erstmal die ultimative Strandausrüstung: Wetsuits, Body Boards, neue Flipflops – alles 30% reduziert, Kaufrausch und der Sommer kann kommen…
Zum Glück findet Ingo im Kmart auch noch zwei günstige Räder. Jetzt sind endlich alle Kinder ausgestattet.
Next stop: Pataua South
to be continued…
Sehr schöne Bilder und offensichtlich gute Stimmung. Soll so bleiben! Herzliche Grüße aus der Heimat
Wir denken an euch! 🙂
Lasst es euch gut gehen… 🙂