Langsam wird es ernst. Heute in drei Wochen geht es los. Im Arbeitszimmer bilden sich langsam aber sicher Stapel von allerlei Zeugs, die für die Reise benötigt werden: Reisetaschen, die sich knautschen lassen, Bekleidung für alle möglichen Wetterszenarien, eine ganze Kinderbuchbibliothek an Pixibüchern, Reisespiele, Mückenschutzmittel, jeden Tag kommt etwas dazu. Höchste Zeit, das Ganze langsam in Taschen einzupacken. Der Packmarathon beginnt…
Nachdem die Abreise nach Neuseeland näherrückt, haben wir uns dieses Jahr erstmalig getraut, mit unseren vier Sprösslingen Urlaub (fast) ohne großelterliche Unterstützung oder Aupair zu machen. Big deal, mag man jetzt denken, aber wer keine vier Kinder im Kindergartenalter hat, die nur eineinhalb Jahre auseinander sind, kann sich vermutlich schlecht vorstellen, wie lebhaft und turbulent es mitunter bei uns zugeht und dass wir deswegen häufig auf Hilfe angewiesen sind (zum Glück wird es langsam besser…). Oft ist es lustig und Langeweile kommt selten auf (zum Glück werden die Dauersandkuchenbackspielplatzbesuche mit “Mamaaa, was möchtest Du essen?” und “Mamaaa, probier doch mal meinen Schokokuchen!” langsam weniger – das ist tatsächlich öde, zumindest für mich…). Aber vier Geschwister sind natürlich laut und auch nicht immer nett zueinander: “Sich in die Haare kriegen”, und das ist jetzt wortwörtlich zu nehmen, ist an der Tagesordnung (manchmal sehen die Kinder aus, als hätten sie sich mit Nachbars Katze gestritten…), was unsere Nerven immer mal wieder ungemein strapaziert…
Om!?!
Dennoch haben wir den Entschluss gefasst, vor Natalies und Carlottas Einschulung alle zusammen länger zu verreisen (wer weiß schon, ob und wie das später noch einmal möglich ist…) und im Vorfeld ein paar “Trockenübungen” gewagt, die mich verhalten optimistisch stimmen.
“Stufe 1”: Pfingsten 2019 – im Camping-Bungalow am Caldonazzo-See zusammen mit einer befreundeten Familie
Kinder im ähnlichen Alter oder älter sind natürlich die beste Beschäftigungsmöglichkeit, dazu noch Wasser und fahrbare Untersätze, was will Kind mehr. Tatsächlich können wir hin und wieder auch mal durchatmen oder uns auf ein Gläschen Wein zusammensetzen.
Fazit 1: Hoffentlich lernen wir in Neuseeland viele nette andere Familien mit Kindern in ähnlichem Alter kennen…
“Stufe 2”: Sommerurlaub – mit dem Hausboot in Meck-Pom und Familienhotel an der Ostsee
Hausboot hört sich super an, ist mein erster Gedanke, als Ingo das vorschlägt: Hinschippern, wo man möchte, Schwimmen, wenn man gerade Lust hat und abends an irgendeinem netten Hafen oder Anleger übernachten… Der zweite – verdammt viel Wasser, zwei Kinder, die sofort untergehen und zwei, die leidlich schwimmen können und viel Platz gibt es auch nicht (aber wenigstens einen kleinen Vorgeschmack auf Reisen im Motorhome…) – aber probieren kann man es ja mal.
Zum Glück (im Nachhinein) können wir für diesen Teil der Reise den Opa überzeugen mitzukommen: Die Wartezeiten an den Schleusen, der mitunter beengte und nicht ungefährliche Raum auf dem Schiff, wie auch an den Anlegestegen und die Tatsache, dass wir uns komplett selbst versorgen müssen, strapaziert die Geduld unserer Kinder und Langeweile führt, wie zu erwarten ist, zum “Sich in die Haare kriegen”, natürlich in den ungünstigsten Momenten. Und da kommt der Opa ins Spiel, der immer wieder ein gutes Händchen für Kinderbespaßung und Ablenkung hat, so dass unser Hausboottrip alles in allem eine schöne, abwechslungsreiche Woche wird.
Land in Sicht….Vier Wasserratten
Nach unserer ereignisreichen Hausboot-Woche fahren wir zu sechst weiter Richtung Usedom – eine weitere Woche Urlaub, aber diesmal mit festem Boden unter den Füßen in einem Familienhotel – das heißt ein Spielplatz zwischen Bäumen, ein Kinderpool zum Plantschen, kinderfreundliche (und natürlich auch elternfreundliche, weil wir uns nicht groß ums Essen kümmern müssen) Halbpension, ca. 1 km zum Strand und kostenlose Kinderbetreuung ab vier Jahren, wenn gewünscht und natürlich viele andere Kinder. Die Lautstärke ist schon mal kein besonderes Problem…
Das Wetter ist wechselhaft, so dass wir gezwungen sind, auch unsere Tage ganz unterschiedlich zu gestalten: Strand, Ausflüge in Nachbarorte, Besichtigung eines alten Militär-U-Boots, Piratenschatzsuche für Kinder am Strand, ein Kinderfest im Hotel, das buchstäblich ins Wasser fällt, eine Tauchglockenfahrt, natürlich diverse Spielplätze, aber auch erstmalig der Wunsch der Kinder, im Spielzimmer an der Kinderbetreuung teilzunehmen – ganz neue Töne.
Das Highlight am Frühstücksbüffet – nie haben unsere Kinder mehr Pfannkuchen gegessen…Ostsee-StrandvergnügenEin Stahlkoloss aus dem Kalten Krieg – einmal durch das Boot klettern bitteAusflug ins benachbarte Zinnowitz – Carlotta hat Fieber und macht gerade ihren Genesungsmittagsschlaf
Fazit 2:
Wir werden Neuseeland schon wuppen. Irgendwie. (Hausboot fahren lassen wir besser bleiben.) Ab und zu werden wir uns vielleicht mal Halbpension gönnen oder nach Kinderbetreuung Ausschau halten, um etwas Entspannung für uns zu schaffen…
Der Countdown läuft. Spannend und abwechslungsreich wird es auf jeden Fall!