Heute ist der letzte Tag bis wir die obligatorischen zwei Wochen Quarantäne geschafft haben. (Der Reisetag zählt nicht zur Quarantäne – auch das noch…). In der ersten Woche geht es ziemlich drunter und drüber, Gepäckberge, haufenweise Dreckwäsche, Jetlag, das Chaos herrscht. Die Kinder entdecken ihre ganzen, in Vergessenheit geratenen Spielsachen wieder und sind, ob der Menge, ganz entzückt und fangen an auszuräumen und “exzessiv und extensiv” zu spielen. In kürzester Zeit ist im Wohnzimmer der Boden nicht mehr sichtbar und auch im Kinderzimmer sieht es aus, als hätte die Bombe eingeschlagen. Nicht dass die halb ausgepackten Gepäckberge schon genug Chaos verursachen würden… (Im Wohnmobil hat eine kleine Kiste mit Spielsachen vollkommen ausgereicht, aber da gab es natürlich draußen so viele Stöcke, Steine, Kletterbäume, Sand, Tiere usw. usw. und vor allem viel Platz!). Als im Haus alles zugemüllt ist, geht die Kraupa-Meute in den Garten zum Sandkasten und macht dort weiter. Ist mir lieber. Zum Aufräumen zu motivieren, ist natürlich ungleich schwerer und wir stellen Fernsehen gegen Aufräumen in Aussicht (natürlich pädagogisch total fragwürdig, aber es funktioniert 🙂 ). Binnen kürzester Zeit schaffen es die lieben Kinder unter dieser Bedingung immer wieder das Wohnzimmer in einen halbwegs akzeptablen Zustand zurückzuversetzen – win -win- und wir haben ein wenig Luft uns, dem Chaos anzunehmen oder einfach mal durchzuatmen.
Das erste Kinder-Highlight ist Ostern, das der Situation geschuldet, dieses Jahr etwas improvisiert ausfällt. Die Sorge der Kinder, der Osterhase könnte nicht mitbekommen haben, dass wir schon wieder zurück in Deutschland sind, ist groß. Zum Glück haben es die Großeltern gut mit ihnen gemeint und kurzfristig, großzügig, alle gefühlt übrigen Schoko-Osterhasen und Eier in den Supermärkten aufgekauft. Beim Befüllen der Osternester überschlage ich mal grob die Menge und komme auf gut ein Kilo Schokolade pro Kind, woraufhin ich kurzerhand beschließe, einen Teil der Lindt-Hasen zurückzuhalten und anderweitigen Verwendungszwecken zukommen zu lassen. Unser privater Getränkeservice Stepan ist der erste Lindt-Hasen Nutznießer – gut dass die Kinder nicht wissen, wie viele ihrer Hasen irgendwo anders hin hoppeln…


Nach ein paar Tagen habe wir uns ein wenig akklimatisiert und sind vor allem damit beschäftigt, den Quarantäne-Alltag zu managen, Essen organisieren, Kinder bespaßen, aufräumen, Streit schlichten, Fernsehzeiten im Rahmen zu halten, Gartenzeiten zum Toben und Auspowern einzuplanen und versuchen, den Hausarrest irgendwie so akzeptabel wie möglich zu gestalten. Zum Glück bekommen wir ziemlich schnell viele Zaungäste, die auf eine Sprung vorbeischauen und sich auf einen Plausch vor unserem Gartentor niederlassen. So ähnlich muss sich Besuchszeit im Gefängnis anfühlen – Abstand, Blick durch das Gitter, kein Körperkontakt – sehr bizarr, die ganze Situation. Nichtsdestotrotz ist es schön, dass wir so viel Besuch bekommen und sich viele liebe Menschen freuen, dass wir, zwar auf Abstand, aber wieder zurück sind und uns mit Brot, Milch, Mineralwasser, Eis usw. versorgen.

Zaungäste 
Vorlesezeit 
Corona-Frisur für Moritz 
Kinderfassadenmalerei 
Quarantäne-Garten
Mehr von 2×2 folgt…