Lock Down: Tag 1

Nach den etwas tumultuösen letzten Tagen sind wir in einem Campingplatz in Geraldine, das ist knapp zwei Stunden südlich von Christchurch, gelandet. Anscheinend bleiben doch ein paar Campingplätze offen. Inzwischen verstehen wir auch warum manche offen bleiben und andere schließen. Es ist wohl so, dass die Betreiber selbst entscheiden können, ob sie den Betrieb aufrecht erhalten wollen (es gibt ja doch nicht gerade wenig gestrandete Touristen) und wenn, müssen sie garantieren können, dass auch auf dem Campingplatz die entsprechenden Corona-Hygienevorschriften umgesetzt werden können, d.h. jede reisende “häusliche Gemeinschaft” muss eine eigene Dusche und ein eigenes Klo bekommen können, die Gemeinschaftsküche muss von allen Benutzern eigenständig geputzt und desinfiziert werden. Außerdem ist ein Sicherheitsabstand von 2m zu allen anderen Gästen einzuhalten, theoretisch zumindest. Und das Wichtigste: Man darf jetzt den Campingplatz für die Zeit des Lockdowns nicht mehr verlassen, es sei denn, man hat einen Flug plus gültiges Flugticket, dann darf man zum Flughafen fahren. Und zum Einkaufen darf man natürlich auch raus, aber das war es dann auch schon. Die Liste der Verbote und erlaubten Dingen ist ziemlich lang, wird aber nicht ganz so restriktiv gehandhabt, wie wir heute schon festgestellt haben.

Dafür haben wir es echt gut erwischt: Der Campingplatz ist riesig und es gibt massig Tiere (Ziegen, Hasen, Hühner, Pfaue, Schweine, Pferde, Esel, Alpacas, Katzen, Wallabys…) und Spielgeräte auf insgesamt 10 Hektar Land verteilt. Die Kinder können Radfahren, Tiere füttern und streicheln, Trampolin springen, es gibt eine weiter deutsche Familie mit zwei Kindern, die zwar kleiner sind, aber egal, Hauptsache ein bisschen Abwechslung, es gibt so gar einen etwas in die Jahre gekommenden Trimm Dich Pfad, den ich ich die Tage vielleicht mal antesten werde (Bewegung in Isolationshaft wird ja eindeutig erwünscht… 😉 ). Zum Glück sind wir hier geblieben und haben uns gegen eine BnB in Christchurch entschieden, da hätten wir deutlich weniger Bewegungsfreiraum gehabt. Und die Wetterprognosen sind auch nicht so schlecht, morgen mal ein wenig Regen, aber dann soll es schon wieder besser werden. Goldener März…

Schusserbahn mit alten Golfbällen
Federvieh

Jetzt sind wir gespannt, wann und ob wir ausgeflogen werden. Die erste Maschine fliegt am Samstagmorgen von Auckland, für Christchurch gibt es noch keine Termine, aber vielleicht geht es ja schneller als erwartet. Heute mussten wir bei Condor bestätigen, dass wir noch Rückflüge benötigen und es wurde uns bestätigt, dass wir direkt vom Auswärtigen Amt benachrichtigt werden, wenn wir einen Flug bekommen. Anscheinend muss man dann relativ schnell zusagen, weil der Flug sonst an jemand anders vergeben wird und eine zweite Chance gibt es nicht…

Wenn wir sicher wüssten, dass unser Flug im Juni auch wirklich fliegt und dieser Lockdown in vier Wochen vorbei ist, würden wir uns vermutlich darauf einlassen hierzubleiben, aber angesichts der Lage, sind das einfach zu viele unbekannte Faktoren. Dann lieber nach Hause…

Ingo und ich haben heute die erste Campervan-Aufräumaktion gestartet. In fünf Monaten sammelt sich schon allerhand Mist an. Selbst die ersten zwei Reisetaschen sind schon gepackt, es gibt schließlich schon vieles, was definitiv nicht mehr benötigt wird. Die ganzen Sommersachen sind eingemottet, keine Bade- oder Plantschtemperaturen mehr, alle Pools sind zu, und falls es dann doch schnell gehen muss, sind immerhin zwei von gefühlten tausend Taschen schon fertig. Wenn wir jetzt noch eine sichere Unterstellmöglichkeit für unseren Campervan hätten, wäre soweit erstmal alles gut.

Galgenhumor in Wanaka

Apropos nach Hause fliegen, alle Auslandsheimkehrer müssen sich nach Rückkehr in eine 14-tägige; häusliche Quarantäne begeben (wenn wir uns den Corona-Virus holen, dann im Flieger oder irgendwo anders auf der Heimreise…), d.h. wir dürfen dann wahrscheinlich nicht mal einkaufen und wir haben bestimmt KEIN Klopapier mehr zuhause, auch sonst nicht viel. Bitte hamstert schon mal ein wenig für uns… 😉

Und bitte bleibt gesund!

2 Antworten auf „Lock Down: Tag 1“

  1. Hallo,
    passt auf, wo ihr zwischenlandet. n-tv hat heute folgende Meldung gebracht:

    +++ 13:52 Rund 200 Reisende hängen am Flughafen Dubai fest +++
    Wegen der kurzfristigen Aussetzung aller Passagierflüge sitzen rund 200 Reisende – darunter auch mehrere Deutsche – seit Mittwochnacht am Flughafen Dubai fest. “Bei Abflug auf Bali hat man uns noch mitgeteilt, dass wir eingecheckt sind und auch unser Gepäck weiter nach Frankfurt geleitet wird”, erzählte eine Passagierin. “Als wir in Dubai ankamen, wurde uns gesagt, dass alle Flüge gestrichen sind. Es ist ein totales Chaos, alles wird dichtgemacht, das sind wirklich gefängnisähnliche Zustände.” Die zivile Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatte wegen der Eindämmung des Coronavirus Anfang der Woche kurzfristig die Aussetzung aller Passagierflüge beschlossen. Unter den festsitzenden Reisenden sind mindestens acht Deutsche.

    Viel Glück euch
    Kurt

    1. Wenn wir jetzt fliegen, dann nur im Rahmen der Rückholaktion des Auswärtigen Amtes. Die werden wissen, wo man noch zwischenlanden darf…

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