Nach der Einöde, Station Erewhon einem Regennachmittag fahren wir wieder der Sonne nach zum nächsten Touristen-Highlight, dem Fox-Glacier (mit drei Österreichern zum Gletscher, lustig eigentlich…). Dafür müssen wir unseren ersten Pass, den Arthur Pass, überqueren und an die Westküste fahren, die in den letzten Monaten zu viel Regen abbekommen an, dass der Franz Josef – Gletscher zur Touristenfalle wurde, weil gleich zwei Erdrutsche die Straßen unpassierbar gemacht haben. Inzwischen haben die NZies allerdings tüchtig geschaufelt, so dass man wieder durchkommt. Weil die ganze Strecke mit vier Kindern und zwei Großeltern im Auto auf einen Rutsch zu lange dauert, machen wir kurz hinter dem Pass Halt. Opa und Oma werden in einem Hotel, das mit unglaublich viel Antiquitäten, Herr der Ringe-Zeugs und sonstigem Nippes-Krimskrams vollgestellt ist, einquartiert und wir bleiben einfach auf dem Parkplatz davor stehen.


Wir erreichen Fox Glacier Village bei besten Wetter und schlafen erstmal seit unserer Ankunft in richtigen Betten in einer Family Cabin, in der wir alle Platz haben – zwei Schlafzimmer, diverse Stockbetten, Küche, Bad, Essplatz und Veranda. Schon mal schön, etwas mehr Platz zuhaben, allerdings fliegt in kürzester Zeit alles durcheinander, was das Einpacken am Abreisetag nicht unbedingt beschleunigt. Außerdem entdecken die Kinder wunderbare neue Spielmöglichkeiten, die es sonst so nicht gibt: Man kann von dem einen Stockbett auf da Doppelbett springen und unten angekommen, alles Bettzeug und Handtücher durcheinander werfen und man kann dieses Spiel solange spielen, bis alle Erziehungsberechtigen ganz unpädagogische Schreianfälle bekommen…
Dann heißt es natürlich ran an den Gletscher. Rauflaufen geht mit Kindern definitiv nicht, es sei denn, man lässt sich mit dem Heli einmal rauffliegen, was ich aber ziemlich abartig finde. Viel Lärmen um ein wenig Schnee und Eis. Tatsächlich sind die ständigen Hubschrauber über einem etwas nervig und laut, keine Ahnung, was die Leute daran finden. Wir entscheiden uns für den Wanderhighway bis zum Geröllfeld, der ist so gut ausgebaut, dass ihn jeder raufkommt, auch vier Kinder. Die sind dann leider etwas enttäuscht, dass wir nicht näher in den Gletscher rankommen, aber immerhin können sie mal einen Blick drauf erhaschen. Auch an den Franz Josef kommen wir nicht recht viel näher heran, bei dem wir am nächsten Tag noch kurz anhalten. Außer Moritz, Oma und Opa will da gar niemand mehr mit. Auch schön, aber vom Hocker haut es uns nicht, da war Mount Sunday und die Fahrt über Arthur´s Pass landschaftlich schon etwas spektakulärer.



Dann geht es wieder Richtung Norden, zum Abel Tasman Nationalpark, einem der bekanntesten neuseeländischen Nationalparks, wo auch wieder viele wanderfreudige Touristen anzutreffen sind. Generell kommt es mir so vor, als ob auf der Südinsel sehr viel mehr Touristen unterwegs sind, die die Lonely Planet-Highlights abklappern. Die Nordinsel war da irgendwie etwas ruhiger und weniger überlaufen. Nichtsdestotrotz ist er natürlich landschaftlich wunderschön. Da auch hier der Weg etwas lang ist, machen wir auf dem Weg mehrere Stopps und übernachten bei den Pancake Rocks.


Wir machen uns einen gemütlichen Tag am Meer und einen Wandertag, an dem uns ein Wassertaxi in die Torrent Bay bringt und einige Buchten weiter an der Küste, der Bark Bay, wieder abholt. Das heißt zweieinhalb Stunden rauf und runter, über eine Hängebrücke und am Ziel eine wunderschöne Sandbucht mit Strandpicknick.






Dann geht es auch schon wieder zurück Richtung Flughafen in Christchurch: Ein Stadttag in Nelson und ein weiterer Stopp in Hanmer Springs, Thermalquellen für die Großen und ein riesiges Spaßbad für Groß und Klein. Wir erwischen den letzten Sonnentag, bevor eine Regenfront dem Freibad-Badespaß erstmal ein Ende bereitet. Dann heißt es Oma und Opa zu verabschieden, der Mehrgenerationenfamilientrip geht zu Ende…