Unser Start in Neuseeland ist etwas holprig – der Tag-Nacht-Rhythmus ist endgültig hinüber, von tropisch heißen Temperaturen sind wir wieder zurück in den Frühling (aber immerhin gibt es Palmen, wenn auch sich das Wetter nicht nach Palmen anfühlt…), die Autos fahren auf der falschen Seite und die Kinder würden lieber wieder in den Pool nach Singapur. Zuerst mal zur Autovermietung, unser Auto abholen, ein Toyota Van – wir sehen das Auto und unseren riesigen Berg Gepäck und die Kinder und fragen uns, wie das alles reinpassen soll. Dann erklärt uns die Dame am Schalter, dass sie uns ohne vier Kindersitze nicht losfahren lassen darf, also macht Ingo seine erste Testfahrt alleine und besorgt zwei weitere Sitzerhöhungen.

Irgendwie kriegt Ingo alles rein und wir fahren zu unserem Motel, unseren Bleibe für die ersten zehn Tage, auch etwas anders nach vier Tagen mehr oder weniger schickem Hotel im Zentrum von Singapur. Hier haben wir ein kleines Apartment, kein Frühstück, der Pool ist wetterbedingt noch nicht auf und der Kinderspielplatz besteht aus einem Trampolin, einer kleinen Wiese und zwei etwas in die Jahre gekommenen Schaukeln. Immerhin.
Am ersten Morgen wird Ingo unsanft aus dem Schlaf geklopft. Ein empörte Nachbar (Romeo aus Tonga – kein Witz) aus dem ersten Stock behauptet, unsere Kinder hätten sein Auto zerkratzt. Nach etwas Detektivarbeit zum Frühstück die traurige Gewissheit, unser Jüngster hat ganze Arbeit geleistet. “Ich habe nur mit Kreide gemalt…” An alle möglichen Dinge habe ich gedacht, aber an die Versicherungsnummer unserer Haftpflicht natürlich nicht. Dafür bekomme ich nun jede Menge SMS von Romeo (ich hatte mir am Flughafen gleich eine neuseeländische Sim-Karte besorgt)…

Die ersten Tage verbringen wir also mit Versicherungen, Wohnmobilbesichtigungen, Hiobsbotschaften von Zuhause (unsere englische Haussitterin entpuppt sich mehr und mehr als Hauspartymaus…), Jetlag, Röntgen-Ausflügen zum Kinderkrankenhaus wegen Moritz Arm und Versuchen, die Gegend ein wenig zu erkunden…




Dann endlich das Meer, Spielplatz – da sieht die Welt schon wieder besser aus…

Neuseeland, das Spielplatzparadies





P.S.: Nachtrag zum Kinderkrankenhaus
Unser Ausflug zum Starship Children`s Hospital im Zentrum Aucklands ist durchaus noch einen Nachtrag wert. Bei der Notaufnahme wird man sehr freundlich begrüßt – überhaupt sind die Kiwis bislang alle sehr freundlich – und dann relativ schnell an eine Schwester weitergereicht, die dann eine Art Anamnesegespräch mit uns führt. Wir werden aufgeklärt, dass wir für alle Behandlungen zahlen müssen, weil der Unfall schon in Deutschland passiert ist. Gut, hatten wir nicht anders erwartet. Dann warten auf Röntgen, Arzt etc., während die Kinder sich schon au die diversen Spielmöglichkeiten gestürzt haben. Nach kurzer Zeit kommt die Schwester wieder um uns mitzuteilen, dass die Radiologie heute streikt und leider nur in Notfällen Röntgenbilder macht. Super. Dafür bekommen noch alle vier Kinder ein Eis, einfach so, undenkbar bei uns. Wir bleiben noch ein wenig zum Spielen und wiederholen dann das Prozedere bei einer “emergency clinic”: “Moritz, you are lucky, today we have got a German doctor to see you.” Sein Name ist Antonio Medina und spricht Deutsch wie ein waschechter Fischkopp.
