Tutukaka (Titicaca kenne ich ja schon…)

Wir arbeiten uns immer weiter nach Norden vor und machen Halt in Tutukaka – mehr ein “Haushaltsstopp” als alles andere. Wir haben diverse Unfälle: Pipiunfall nachts im Bett, Überschwemmung von Kühlschrank und Herd (nix geht mehr) etc., d.h. Ingo nimmt den Herd und den Kühlschrank auseinander und trocknet alles, so gut es geht, und ich wasche Berge von Wäsche.

Die Kinder fahren Rad, genießen den Spielplatz (O-Ton Moritz: “Ich möchte mal wieder wohin, wo es einen Spielplatz gibt, Papa!” und erkunden den Campingplatz.

Nach einem Tag werkeln und Camper in der Sonne, funktionert zum Glück alles wieder.

Als Ausgleich eine Bootsfahrt zu einer kleinen Bucht, die wir fast für uns alleine haben

Carlotta testet ihre neue Wetsuit in der Spätnachmttagssonne
Das Familienkanu

Nochmal Whangarei

Nach einem kurzen Abstecher nach Pataua geht es noch einmal kurz zurück nach Whangarei, weil die Kinder unbedingt einen Wasserfall sehen wollen, die Mama da den Traumsonnenhut shoppen kann, der Spielplatz einfach so gut war und Whangarei einfach schön ist…

Die Postkarte

Kurze Erfrischung im Wasserfall

Abendessen bei den Wasserfällen

Rennfahrer

Märchentante mit Hut 😉

Heading north

Es ist der 22. November, wir sind schon genau einen Monat unterwegs, aber solange kommt es uns gar nicht vor. Es ist immer etwas los und keine Zeit für Langeweile. Es fehlt uns Eltern eher die Zeit, mal nichts zu tun.

Blogtechnisch bin ich der Reise etwas hinterher (sorry, aber ich hatte Euch gewarnt… ;-), zu oft abends schlafe ich mit den Kindern ein. Dauernd frische Luft und Action macht einfach müde, nicht nur die Kinder.

Nach den diversen Regionalparks, in denen wir bestenfalls eine Toilette zur Verfügung haben und ansonsten auf unser “selfcontained” Wohnmobil angewiesen und in der Regel ganz alleine auf dem Stellplatz sind (die aber auch immer wahnsinnig idyllisch, superschön und gepflegt sind), machen wir inzwischen auch mal wieder in der “Zivilisation” Stop, schließlich brauchen wir zwischendurch mal Strom, frisches Wasser, Waschmaschine usw.

Erster Stop Waipu Cove: 

Ein riesiger Camping Platz (wir bekommen eine vage Vorstellung, was da im Sommer los sein muss, wenn alles voll ist), der aber derzeit noch ziemlich leer ist und mal wieder endlos langer Sandstrand. Die Sonne scheint zwar, aber leider ist immer noch ein wenig zu frisch und vor allem zu windig zum Baden, für mich zumindest. Nur Ingo und Carlotta, unsere Meerratten, stürzen sich trotzdem in die Fluten. Brrr

Natalie und Benjamin düsen mit dem Fahrrad durch den Campingplatz und Moritz klettert auf dem Spielplatz, soweit das eben mit seinem Gipsarm geht. Mit Mama, sagt Moritz. Na gut…

Aus dem “Outback” zurück gönnen wir uns den Luxus, mal wieder Essen zu gehen. Zum Glück ist das hier selbst mit vier Kindern kein Problem, im Gegenteil, die Restaurants haben eigentlich immer ein Kid´s Menu und entweder einen Spielbereich oder die Kinder bekommen Malsachen, so dass sie erst mal beschäftigt sind oder beides. 

Das wäre doch auch mal was für Deutschland, anstelle der rügenden Blicke, die man als Familie so oft im Restaurant erntet, weil die Kinder eben nicht leise und brav am Platz sitzen. 

Hier ist alles ganz easy, Kinder kein Problem und dass sie nicht still sitzen, ist vollkommen normal.

Nachdem Neuseeland ja auch für seine vielfältigen Wandermöglichkeiten berühmt ist, versuchen wir mal einen Ausflug zu den Waipu Caves, Tropfsteinhöhlen mit Glühwürmchen und Waipu Caves Track zum Wandern. Die Höhlen sind leider wenig spektakulär und vom Regen zuvor ziemlich glitschig, so dass schnell klar ist, dass wir da mit den Kindern nicht reingehen können. Ich laufe ein wenig den Wandernweg entlang, ein Pfad durch den Wald mit Feldbrocken und Bäumen, die immer mal wieder an den Elfenwald bei Tolkien erinnern. Schön.

Ingo macht die Kindern fertig und wir ziehen noch einmal alle gemeinsam los.

Die Kinder sind so la la begeistert, besondern Benjamin ist empört, dass man da nicht Fahrrad fahren kann und beteuert eins ums andere Mal, dass es nicht solange laufen kann und sein Bein ganz fürchterlich schmerzt. Ingo trägt ihn große Teile des Wegs, für die anderen ist der gut gekennzeichnete Weg eine Art Schnitzeljagd: Wer zuerst die nächste Markierung findet, gewinnt. Moritz und Natalie geben ihr bestes, Carlotta probiert es angesichts der beiden eifrigen Wandersleute gar nicht erst und Benjamin muss ja vom Papa getragen werden. Erst am Rückweg und mit einem Wanderstock ausgestattet, erfolgt schließlich eine wundersame Heilung…

Baumbart?

Zweiter Stop: Whangarei

Nach Auckland mal wieder eine größere Stadt, in der Moritz nach fünf Wochen endlich seinen Gips loskriegen soll. Ingo lässt Moritz und mich beim White Cross (das ist so eine Art Notfallambulanz ohne Krankenhaus) raus und fährt mit dem Rest der Meute weiter zu einem Camper Stellplatz ums Eck.

Für Moritz und mich heißt es erstmal warten auf den Arzt, aufs Röntgen, auf Gips abmachen, dann nochmal den Arzt, aber nach ca. drei Stunden haben wir endlich die Gewissheit: Der Gips darf ab bleiben und Moritz bekommt noch so eine Art Bandage, mit der er sogar ins Wasser darf. Das Kind strahlt, als ich ihm das sage…

Die Röntgen-Urkunde für Moritz

Dann machen wir uns auf die Suche nach den anderen, die nicht weit weg auf einem Spielplatz sind, direkt im Zentrum am Hafen neben dem Uhrenmuseum, ein paar hübschen Cafés und Restaurants in viktorianisch anmutenden Häusern, einer Art Gallery und vielen schönen Segelbooten, die im Hafen liegen. Gefällt!

Nach Hause telefonieren
Wipp-Spaß

Wir gehen erstmal einkaufen, um unserer Vorräte mal wieder aufzustocken und bleiben über Nacht am Parkplatz am Hafen stehen.

Zwingele-Einkaufswagen

Carlotta möchte ins Uhrenmuseum gehen, also unternehmen wir einen Mädelsausflug ins Clapham´s Clock Museum, in dem wir von einer eifrigen Dame gleich ein paar spezielle Exemplare gezeigt und erklärt bekommen. Dann bekommen die Kinder ein Infoblatt mit dem Auftrag, alle darauf abgebildeten Uhren zu suchen. Einfach, nett und effektiv, die Mädels sind mit Uhrensuche beschäftigt.

Wer hat an der Uhr gedreht…?

Nebenan in der Touristeninformation ist eine Fotoausstellung über Kinder aus aller Welt und wo und wie sie wohnen, die wir auch gleich noch ansehen. Spannend und interessant für alle Beteiligten und mal ein wenig Kultur…

Whangarei gefällt uns so gut, dass wir gleich noch eine Nacht bleiben. Nach einem leckeren Frühstück im Hafen, geht es dann noch los auf Fahrradsuche für die Mädels, die auch endlich mit den Brüdern herumdüsen wollen (Moritz gibt sein Fahrrad nicht mehr her, seit der Gips ab ist).

British indeed
Eine Rollstuhlschaukel!
Essen am Hafen

In einem Sportgeschäft finden wir erstmal die ultimative Strandausrüstung: Wetsuits, Body Boards, neue Flipflops – alles 30% reduziert, Kaufrausch und der Sommer kann kommen…

Zum Glück findet Ingo im Kmart auch noch zwei günstige Räder. Jetzt sind endlich alle Kinder ausgestattet.

Next stop: Pataua South

to be continued…

Hit the road…

Wir werden zu Regional Park-Tester…

Shakespear Regional Park auf Whangaparoa Peninsula (kein Rechtschreibfehler…)

Attacke der Vogelmama…
Strandläufer
Mehr Meer…
Pfaue

Red Beach Orewa

Mädelsspaß
Strandläuferinnen

Scandrett Regional Park

Room with a view
Carlotta kocht – Muscheln an Sandsoße und Meerschäumchen

Tawharanui Regional Park

Geheimweg durch die Dünen
Am Ende des Geheimwegs…
Wertvolle Löwensteine gefunden…
Sommerrodelspaß

Auckland und mehr

Unsere ersten Tage in Auckland sind ein Mischmasch aus Orga-Kram, Camper-Suche und Auckland kennenlernen.

Die Aussicht, Wohnmobile anzusehen, stößt bei den Kindern zunächst auf Begeisterung, die allerdings recht schnell verfliegt, weil so ein Wohnmobil eben doch kein Spielplatz ist und man nichts machen darf, außer das Ding anzuschauen und nicht auf einer der vielen Knöpfe oder die Hupe drücken darf, so dass die anfängliche Begeisterung ziemlich schnell in Langeweile mit den bereits erwähnten Konsequenzen umschlägt. Zum Glück sind die Kiwis alle entspannte Leute, die das ziemlich locker zu nehmen scheinen, im besten Fall dürfen die Kinder sogar Shaun, das Schaf auf Netflix gucken während Ingo seine erste Runde in einem Wohnmobil dreht.

Dann zwischendurch mal ein Ausflug nach Rangitoto Island, die eine 25-minütige Fährfahrt vor Auckland liegt, einer Vulkaninsel, der bei 50% der Kinder auf Begeisterung stößt und bei der anderen Hälfte auf Sorge, der Vulkan könnte Feuer spucken. Wir machen uns auf den Weg Richtung Vulkan, doch es ist ziemlich warm und unsere Kinder sind eher lauffaul und haben wenig Lust, den Vulkan zu besteigen. Natalie stopft sich die Hosentaschen mit Vulkansteinchen voll und Carlotta drängelt, dass wir schneller laufen sollen, damit wir noch oben ankommen. Das gelingt uns leider nicht mehr (sehr zu Carlottas Enttäuschung), nicht nur wegen der lauffaulen Kindern, sondern vor allem weil wir es  jetlagbedingt erst mittags auf die Fähre schaffen und die letzte, laut Crew, bereits um vier Uhr nachmittags zurückgeht. Tatsächlich ist die Schlange am Anlegesteg der Fähre sehr lange und ungefähr drei oder vier Leute vor uns ist Einlassstop wegen der begrenzten Anzahl an Schwimmwesten an Bord mit dem Hinweis, dass um fünf nochmal ein Boot kommt. Grr…

Vulkansteinschatzsuche
Der Vulkan ruft…

Ein weiteres Ausflugsziel ist Muriwai Beach an der Westküste, ein scheinbar endloser Strand aus dunklem Lavasand mit ziemlich starken Wellen und sehr viel Wind, so dass man eigentlich nur Surfer im Meer sieht. Es ist wieder Sandburg bauen und Strandschätze suchen angesagt. Mittags Essen in einem kleinen Surfer-Café in der Nähe und als Nachtisch Eis und Cappuccino und wieder einer von diesen coolen neuseeländischen Spielplätzen. Zum Abschluss gibt es noch ein Miniwanderweg auf die Klippen hinauf zu einer Vogelkolonie, die einen der Felsen bevölkern und dort brüten – ein spektakulärer Anblick (anscheinend steht der in irgendeinem japanischen Reiseführer, denn wir treffen dort Horden von Japanern mit Fotoapparaten und Handys). Alles in allem ein sehr gelungener Tag und willkommene Abwechslung zum ganzen Orga-Kram.

Muriwai Beach
Muriwai-Sandbengel

Dann ist es endlich so weit – wir haben ein Wohnmobil gefunden, dass uns gefällt und vor allem auch groß genug für uns alle ist. 

Das Kraupa-Mobil

Das nächste Abenteuer startet. Allerdings bedeutet das auch wieder zusätzlichen Orgakram, sauber machen, packen, einräumen, Campingausrüstung besorgen etc., lauter Dinge, die den Kindern wenig Freude bereitet, was wiederum uns Stress macht, so dass die Stimmung mitunter etwas gereizt ist und sich erste Anfälle von Heimweh zeigen, bis es endlich losgeht.

Den sollten wir auch mal nehmen 😉
Spielplatzspaß zwischendurch

Die ersten zwei Nächte im Campervan verbringen wir in Takapuna Beach Holiday Park, gleich ums Eck, in bereits bekannter Umgebung zum Testen, wie das Ganze so funktioniert. Dann geht es weiter Richtung Norden – Northland ist das erste Ziel ohne Ziel.

Takapuna-Beachblick aus dem Kraupa-Mobil

Auch beim zweiten Stellplatz landen wir in bereits bekannten Gefilden – Long Bay Beach Regional Park. Diesmal haben wir allerdings keinen Campingplatz mit warmen Duschen, Küche, Stromanschluss und Internet, nur öffentliche Toiletten (übrigens sind fast alle hier bislang in vergleichsweise ordentlichem Zustand), einen Stellplatz für 16 Dollar, nachts alles dunkel und das kontinuierliche Rauschen des Meers…

Nett, oder?
Long Bay Beach Baum
Long Bay Beach-Spaß: Vier gegen Mama

Die ersten Tage in Auckland

Unser Start in Neuseeland ist etwas holprig – der Tag-Nacht-Rhythmus ist endgültig hinüber, von tropisch heißen Temperaturen sind wir wieder zurück in den Frühling (aber immerhin gibt es Palmen, wenn auch sich das Wetter nicht nach Palmen anfühlt…), die Autos fahren auf der falschen Seite und die Kinder würden lieber wieder in den Pool nach Singapur. Zuerst mal zur Autovermietung, unser Auto abholen, ein Toyota Van – wir sehen das Auto und unseren riesigen Berg Gepäck und die Kinder und fragen uns, wie das alles reinpassen soll. Dann erklärt uns die Dame am Schalter, dass sie uns ohne vier Kindersitze nicht losfahren lassen darf, also macht Ingo seine erste Testfahrt alleine und besorgt zwei weitere Sitzerhöhungen.

Zeitvertreib beim Autoverleiher

Irgendwie kriegt Ingo alles rein und wir fahren zu unserem Motel, unseren Bleibe für die ersten zehn Tage, auch etwas anders nach vier Tagen mehr oder weniger schickem Hotel im Zentrum von Singapur. Hier haben wir ein kleines Apartment, kein Frühstück, der Pool ist wetterbedingt noch nicht auf und der Kinderspielplatz besteht aus einem Trampolin, einer kleinen Wiese und zwei etwas in die Jahre gekommenen Schaukeln. Immerhin.

Am ersten Morgen wird Ingo unsanft aus dem Schlaf geklopft. Ein empörte Nachbar (Romeo aus Tonga – kein Witz) aus dem ersten Stock behauptet, unsere Kinder hätten sein Auto zerkratzt. Nach etwas Detektivarbeit zum Frühstück die traurige Gewissheit, unser Jüngster hat ganze Arbeit geleistet. “Ich habe nur mit Kreide gemalt…” An alle möglichen Dinge habe ich gedacht, aber an die Versicherungsnummer unserer Haftpflicht natürlich nicht. Dafür bekomme ich nun jede Menge SMS von Romeo (ich hatte mir am Flughafen gleich eine neuseeländische Sim-Karte besorgt)…

Teuere moderne Kunst – nicht unbedingt etwas für die Wohnzimmerwand

Die ersten Tage verbringen wir also mit Versicherungen, Wohnmobilbesichtigungen, Hiobsbotschaften von Zuhause (unsere englische Haussitterin entpuppt sich mehr und mehr als Hauspartymaus…), Jetlag, Röntgen-Ausflügen zum Kinderkrankenhaus wegen Moritz Arm und Versuchen, die Gegend ein wenig zu erkunden…

Spielplatz für Kinder mit “Handicap”
Outdoor-Musik
Long Bay Beach
Long Bay Beach hole

Dann endlich das Meer, Spielplatz – da sieht die Welt schon wieder besser aus…

Erste Sandburg – Takapuna Beach

Neuseeland, das Spielplatzparadies

Hamsterrad
Gemütlich…
Seeigel-Karussel am Hafen
Hauptsache Wasser und Matsch

P.S.: Nachtrag zum Kinderkrankenhaus

Unser Ausflug zum Starship Children`s Hospital im Zentrum Aucklands ist durchaus noch einen Nachtrag wert. Bei der Notaufnahme wird man sehr freundlich begrüßt – überhaupt sind die Kiwis bislang alle sehr freundlich – und dann relativ schnell an eine Schwester weitergereicht, die dann eine Art Anamnesegespräch mit uns führt. Wir werden aufgeklärt, dass wir für alle Behandlungen zahlen müssen, weil der Unfall schon in Deutschland passiert ist. Gut, hatten wir nicht anders erwartet. Dann warten auf Röntgen, Arzt etc., während die Kinder sich schon au die diversen Spielmöglichkeiten gestürzt haben. Nach kurzer Zeit kommt die Schwester wieder um uns mitzuteilen, dass die Radiologie heute streikt und leider nur in Notfällen Röntgenbilder macht. Super. Dafür bekommen noch alle vier Kinder ein Eis, einfach so, undenkbar bei uns. Wir bleiben noch ein wenig zum Spielen und wiederholen dann das Prozedere bei einer “emergency clinic”: “Moritz, you are lucky, today we have got a German doctor to see you.” Sein Name ist Antonio Medina und spricht Deutsch wie ein waschechter Fischkopp.

Spielbereich in der Kinderklinik